10.07.2021 - 21.08.2021

RESURGENCES OF AMAZONIA!

MOARA TUPINAMBÁ & EMERSON UÝRA

Moara Tupinambá, Kadiweu, Série Sagradofeminino, 2017

Emerson Uýra, Série Elementar: Rio Negro, 2018

Ausstellungsansicht, Kunstraum Innsbruck 2021, Foto: Daniel Jarosch

Ausstellungsansicht, Kunstraum Innsbruck 2021, Foto: Daniel Jarosch

Ausstellungsansicht, Kunstraum Innsbruck 2021, Foto: Daniel Jarosch

Kuratiert von Marissa Lôbo und Ivana Marjanović

Die Einzelausstellung Resurgences of Amazonia! zeigt die Arbeiten der brasilianischen Künstler*innen Moara Tupinambá und Uýra Sodoma. Ihr Werk verhandelt Fragen indigener Identität, Erinnerung, Herkunft und die Erfahrungen der »comunidades ribeirinhas«, der Flussgemeinschaften am Amazonas, und deren Bedeutung für die sozio-ökologische Nachhaltigkeit als auch den Widerstand gegen den gewaltsamen Prozess der Kolonisierung und seine Kontinuität in der Gegenwart.

Moara Tupinambás Arbeit feiert anti-koloniale Narrative und ein Denken, das sich der kolonialen historischen Auslöschung widersetzt. Dabei betont sie die Bedeutung der Affirmation indigener Identität. Ihre Poetik wandert durch Kartografien von Erinnerung, Identität, Herkunft, indigenem Widerstand und anti-kolonialem Denken. Moara geht von der Verbindung mit ihrer Herkunft und Identität aus und beginnt einen Prozess der Herstellung von Collagen alter Fotos – aufgenommen von europäischen Ethnolog*innen – von Personen, die ihr in ihrer Recherche begegnet sind. Diese Arbeit bringt ihr gestohlene Erinnerungen zurück.

Eine Art ewige Wiederkehr stellt die aktuelle Pandemie für die indigene Bevölkerung in Amazonien dar, die seit der Eroberung durch die Europäer*innen in ihrer Geschichte des Widerstands mit tödlichen Krankheiten zu kämpfen hatte.

Emerson oder Uýra Sodoma ist eine* indigene* Künstlerin* und Biologin* sowie Kunstvermittler*in den Flussgemeinschaften. Emerson lebt in Manaus, einem von Industrie geprägten Territorium mitten im zentralen Amazonasgebiet, dort verwandelt er sich in Uýra, ein Wesen zwischen Tier und Pflanze, das sich für die Sichtbarmachung und Heilung systemischer kolonialer Krankheiten einsetzt. Durch den Einsatz des Körpers und organischer Elemente verkörpert Uýra einen Baum, der sich bewegt und jegliche Grenzen durchquert, im Medium der Foto-Performance und Performance. Interessiert an Ökosystemen und deren Zerstörung erzählt Uýra aus der Perspektive von Diversity, Dissidenz, Funktionieren und Adaptieren Geschichten aus der Natur, der Verzauberung und Grenzüberschreitung inmitten einer zwischen Stadt und Urwald changierenden Landschaft.

Die Ausstellung versammelt Fotografie, Videocollagen und Sound Pieces beider Künstler*innen.

Moara Tupinambá

ist eine visuelle Künstlerin, geboren in Mairi Tupinambá. Ihre Vorfahren sind gebürtige Tapajowaras, die aus der Gemeinschaft der Cucurunã und Boim (Tupinambá) stammen. Sie lebt in São Paulo und arbeitet als Künstlerin und Kuratorin multimedial mit Zeichnung, Malerei, Collagen, Installationen, Video, Fotografien, Literatur und Performances. Ihre Poetik umfasst Kartografien von Erinnerung, Identität, Abstammung, indigenem Widerstand und antikolonialem Denken. Mit dem »Museu da Silva« beteiligte sie sich 2020 an der 30. Ausgabe des Ausstellungsprogramms der Centro Cultural São Paulo. Sie nahm zusammen mit Janaú an der Sydney Biennale »Nirin« (Kurator Brook Andrew) mit dem Video des Marsches indigener Frauen (2019) teil; Seminar über indigene Geschichten des MASP (2019); Ausstellung »Indigenous August« (2019), São Paulo; Teko Porã, in der Kollektivausstellung »Re-antropofagia«, kuratiert von Denilson Baniwa und Pedro Gradella in Niterói, UFF Arts Center (2019). Sie war für den Select Art and Education Award 2018 für das Projekt II Bienal do Ouvidor 63 nominiert, das in großer künstlerischer Besetzung in São Paulo stattfand.

Weitere Informationen: https://www.moarabrasil.com/     

Emerson Uýra

ist eine* Performancekünstlerin*, Biologin* und Pädagogin* aus der amazonischen Stadt Santarém, im Bundesstaat Pará in Brasilien. Emerson engagiert sich in der Sozial- und Umweltarbeit in städtischen Gebieten und entwickelte die Persona der Drag Queen of the Amazon Uýra Sodoma, die kürzlich in den lokalen und internationalen Medien große Aufmerksamkeit erlangte. Emerson nutzt Kunst als Werkzeug für indigenen Umweltaktivismus. Als Performer *in Teilnahme an verschiedenen Ausstellungen wie dem Salão Arte Paraná, der VII Edition des Prêmio EDP am Instituto Tomie Ohtake, des Instituto Moreira Salle oder des Museu de Arte in Rio de Janeiro.  

Weitere Informationen: https://www.instagram.com/uyrasodoma/?hl=en   

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