Ulrich Hakel, Kalifornication, Wandarbeit Kunstraum Innsbruck 2010

Ulrich Hakel, Kalifornication, Wandarbeit Kunstraum Innsbruck 2010

Andy Hope 1930, Trans Time, Wandarbeit Kunstraum Innsbruck 2010Olaf Metzel, Alles Flaschen, 1992/2010, Wandarbeit Kunstraum InnsbruckUlrich Hakel, Kalifornication, Wandarbeit (Detail) Kunstraum Innsbruck 2010Andy Hope 1930, Trans Time, Wandarbeit (Detail) Kunstraum Innsbruck 2010Olaf Metzel, Alles Flaschen, 1992/2010, Wandarbeit (Detail) Kunstraum InnsbruckUlrich Hakel/Andy Hope 1930/Olaf Metzel, Renaissance der leeren Hand, Ausstellungsansicht Kunstraum Innsbruck 2010

ULRICH HAKEL, ANDY HOPE 1930, OLAF METZEL

Renaissance der leeren Hand

10.04.10 - 29.05.10

Es klingt wie ein All-Star-Treffen, wenn die drei Künstler Ulrich Hakel (Jg. 1973), Andy Hope 1930 (Jg. 1963) und Olaf Metzel (Jg. 1952) gemeinsam und doch für sich in situ die Räumlichkeiten des Kunstraum Innsbruck bespielen. Drei Künstlerper-sönlichkeiten, drei Generationen, drei Freundschaften, eine (Super)Vision mit dem Titel Renaissance der leeren Hand.
Man darf gespannt sein, wenn die oft brachiale Kunst Olaf Metzels, die expressive, comic-hafte Bildrhetorik von Andy Hope 1930 und die überbordende, hip-hop-ästhetische  Wandmalerei Ulrich Hakels zusammentreffen und ein Ganzes bilden. Der Kunstraum Innsbruck bietet das ideale Forum für diese Art von Experiment, fernab von Galerie- und Museumszwängen, und das Ergebnis stellt im wahrsten Sinne die Wiedergeburt aus der leeren Hand der Künstler hin zur ephemeren weil einzigartigen Rauminsze-nierung dar.
Ob der Titel der Ausstellung Renaissance der leeren Hand auf den einsamen Moment des Künstlers verweist, wenn er vor der leeren, weißen Wand steht, oder aber laut Ulrich Hakel einen Koan* darstellt, lassen die Künstler offen.

Das Sujet der Einladungskarte zeigt eine Fotografie aus den Gallerie dell'Accademia in Venedig mit einer Verkündigungsszene von Veronese, und hier könnte ein kunst-historischer Konnex interpretiert werden. Einen zentralen Begriff der bildenden Kunst der Renaissance in Italien stellt das disegno (ital.) dar, von lat. designare (bezeich-nen, zeichnen, im Umriss darstellen), was soviel bedeutet wie Zeichnung, im Sinne einer künstlerischen Idee, eines Entwurfs, eines geistigen Konzepts, jedoch in einem religiösen Kontext. Insbesondere der Einfluss der Säkularisierung und der Kunstaka-demien im 19. Jahrhundert reduziert den Renaissancebegriff des disegno auf die Qualität eines Hilfsmittels hin zu wirklichen Werken.
Wie weit nun diese und jene Interpretationen und Kommentare die Kunstbetrachtung angesichts der Gemeinschaftsarbeit unterstützend aufklären, sei dahingestellt. Doch eines wird jetzt schon klar. Es erwartet uns ein komplexes, vielschichtiges und spannendes Werk.
Im Weiteren ergänzen die Künstler ihre Wandarbeiten im Hauptraum mit neuen Papierarbeiten (Format A1) im Projektraum/Kunstraum Innsbruck, welche auf die Wände collageartig appliziert und als signierte, limitierte Kunstdrucke editiert werden.

Stefan Bidner (Kurator)

 

* Ein Koan ist ein Zen-Rätsel, dessen Lösung zur unmittelbaren Erfahrung der Erleuchtung führt, weil die Grenzen des logischen Denkens durchbrochen werden müssen. Diese Zen-Technik ist bereits Jahrhunderte lang erprobt und bewährt, erfordert jedoch ein absolutes Loslassen von herkömmlichen Denkstrukturen. (http://members.chello.at/reni/zen/koan.htm)


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