Der Maler Jannis Kounellis
ist Regisseur, Dramaturg und Autor in einer Person. Der
Kunstraum Innsbruck wird zu einer Bühne, auf der er
einen Einakter schafft, der sich - aus verschiedenen
Teilen bestehend - zu einem Bild zusammensetzt.
Die Arbeit an der ersten 13 Meter langen Wand ist wie
der zweite Vorhang im Theater. Er ist transparent und
verhüllend zugleich und gibt den Blick frei auf ein auf
den Kopf gestelltes Kreuz. Für Jannis Kounellis steht
das Kreuz für Freiheit zur Kritik. Es liegt in der
Verantwortung des Menschen, sich, sein Umfeld, das Leben
mit einer kritischen Betrachtungsweise zu begegnen. Die
8 Schnüre, an die in regelmäßigen Abständen die 248
Viertelliter Weingläser geknüpft sind, führen über die zwischenfreistehende Wand und Deckenunterzug in den
nächsten Raum und stellen eine Verbindung zwischen den
Räumen her.
Das Zentrum der Bühne bilden 47 aneinandergereihte alte
Tische, ein großer Körper, der in seiner Komposition in
einem bestimmte Winkel zum Raum ausgerichtet ist. Die
Tische, ehemalige Ess- und Arbeitstische, tragen
Geschichten in sich, verweisen auf vergangene
Ereignisse.
Auf den Tischplatten stehen alte Nähmaschinen, die durch
die Sockel aus weißer Ölmalerei noch stärkere Betonung
erhalten. Die Einschnitte zwischen den Tischen sind mit
tonnenschweren Kohlesäcken gefüllt. Kohlesäcke, die im
Krieg von Soldaten aufgestapelt wurden, um den Feind
abzuhalten und sich zu schützen.
Durch das Aneinanderreihen der Tische entstehen zwischen
den Platten Spalten, für Kounellis das Labyrinth des
Minotaurus. Die Szenerie umschließt zwei Trägersäulen
des Raumes und wirkt dadurch noch zentrierter und
kompakter.
Die Blickrichtung der Tische verweist auf die im
hinteren Bereich an der Wand hängenden Arbeiten. Die
eisernen Wandbilder haben das Format eines Doppelbettes.
Der Mensch erhält so physische Präsenz, ist in seiner
menschlichen Gestalt nicht sichtbar, trotzdem aber
gegenwärtig. Schwere Kohlesäcke, auf eisernen Konsolen
ruhend, sind aufgeschlitzt und mit weißen Stoffbandagen
verbunden wie Wunden.
Die mit Nieten festgemachten Leinwandstücke tragen einen
starken gestischen Farbauftrag, der in der Bewegung des
Auftragens einem Schnitt gleichkommt. Diese „Schnitte“
stehen für Verletzungen, Wunden.
Eingefasst und zu einem Abschluss gebracht wird die
Gesamtkomposition durch ein am Boden liegendes Kreuz,
zwischen Quer- und Längsbalken getrocknete Blumen
geklemmt, am Querbalken mit dem Schriftzug Kunstraum
versehen.
| sponsored by:
Stadt Innsbruck, Land Tirol, Bundeskanzleramt Sektion Kunst,
Tourismusverband Innsbruck und seine Feriendörfer. Der Kunstraum Innsbruck
ist Ö1-Club-Partner. |
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The exhibition is supported by Wulz AV Center.
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