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Marcel Odenbach
Auch wenn der Fahrer ein
anderer ist,
der Lastwagen bleibt der Gleiche
18. Jänner - 29. März 2003
Eine Ausstellung in Kooperation mit dem Frankfurter Kunstverein.
Kurator: Nicolaus Schafhausen |
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Video ist für Marcel
Odenbach keine Möglichkeit neue Bilder zu schaffen,
sondern bestehende zu bearbeiten. Die verwendeten
filmischen Materialien sind emblematische Bilder mit
hoher Symbolkraft. Dem Betrachter aus dem Fernsehen
vertraut, stehen sie für historische Ereignisse oder
gesellschaftliche Problemstellungen. Mit Hilfe von
Schnitten, Überblendungen und Gegenüberstellungen
produziert Odenbach ein assoziatives Gefüge sich
kommentierender oder widersprechender Bilder, die die
aufgerufenen Themen in neue Kontexte und damit zur
Diskussion stellen. Ein räumliches Arrangement der
filmischen Fragmente integriert den Betrachter in die
Werke und fordert die eigene Positionierung.
Marcel Odenbach (*1953 Köln), Ursula Blickle Preisträger
2002, arbeitet seit 1975 mit Video und hat seitdem die
künstlerische Verwendung des Mediums entscheidend
beeinflusst. Immer wieder findet Odenbach neue
Möglichkeiten der Übersetzung des bewegten Bildes in den
Raum. Die Ausstellung Auch wenn der Fahrer ein anderer
ist, der Lastwagen bleibt der Gleiche entstand in enger
Zusammenarbeit mit dem Künstler und zeigt insgesamt acht
Installationen und eine Auswahl von Videobändern.
Arbeiten der 1990er Jahre bis heute sowie frühe Arbeiten
vom Ende der 1970er Jahre vermitteln einen umfassenden
Überblick über das bisherige Werk Marcel Odenbachs.
Neben diesem retrospektiven Aspekt steht die Darstellung
thematischer Schwerpunkte im Vordergrund.
Deutschland und seine Geschichte vor und nach der
Wiedervereinigung und die Thematisierung von Migration
und Minoritäten sind zwei immer wiederkehrende
Themenkomplexe bei Marcel Odenbach. Verbinden sich im
ersten Fall die Folgen der Verarbeitung deutscher
Traumata wie Holocaust, Terrorismus oder die Trennung
Deutschlands mit Fragen nach dem spezifischen
„Deutschsein“, so blickt die Collagierung von Bildern
aus afrikanischen Ländern oder den USA hinter die
mediale Oberfläche und ruft Hintergründe wie Flucht und
Unterdrückung in Erinnerung. Die künstlerische
Zusammenstellung medialer Bilder entlarvt sie als
Ausschnitt einer komplexen „Wahrheit“. Odenbach
integriert in viele seiner Arbeiten die eigene Person
und Biografie. Ebenso wie durch die räumliche
Einbeziehung des Betrachters in die Installationen
vermittelt sich die Bedeutung des eigenen, subjektiven
Anteils an der Bildung eines kollektiven Gedächtnisses.
„Deutschland“ und „Minorität“ als wesentliche Aspekte im
Werk von Marcel Odenbach verbinden sich im Titel der
Ausstellung. Auch wenn der Fahrer ein anderer ist, der
Lastwagen bleibt der Gleiche ist der Refrain eines
Liedes, das nach einer Wahl in einem afrikanischen Land
gesungen und sofort verboten wurde, aber auch die
aktuelle politische Stimmung in Deutschland
charakterisiert.
Während der Ausstellung im Frankfurter Kunstverein (4.
Oktober – 22. Dezember 2002) erscheint die Publikation
„Blenden“, hrsg. von Vanessa Joan Müller und Nicolaus
Schafhausen für den Frankfurter Kunstverein in
Kooperation mit dem Museum für Moderne Kunst, Frankfurt
am Main und dem Kunstraum Innsbruck. Texte von Dan
Cameron, Jörg Heiser, Kobena Mercer, Vanessa Joan
Müller, Marcel Odenbach, Astrid Wege; Vorwort von
Nicolaus Schafhausen, dt./engl., Verlag Lukas &
Sternberg, ISBN 0-9711193-8-4.
| Sponsoren:
Der Kunstraum Innsbruck, Verein zur Ausstellung aktueller Kunst,
wird unterstützt von Stadt Innsbruck, Land Tirol, Bundeskanzleramt
Sektion Kunst, Tourismusverband Innsbruck und seine Feriendörfer.
Der Kunstraum Innsbruck ist Ö1-Club-Partner. |
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