Cosima von Bonin, Christoph Hinterhuber, Richard
Höck/Karin Pernegger, Richard Jackson, Andreja Kuluncic, Paul McCarthy,
Dorit Margreiter/Anette Baldauf, Raymond Pettibon, Jason Rhoades, Hans
Weigand.
Kuratoren: Stefan Bidner, Thomas Feuerstein
PLUS ULTRA (...) Wir träumen vom endlosen Genießen und von grenzenloser
Ekstase. Wir wollen expandieren, fordern ewiges Wachstum und streben nach
dem multiplen Orgasmus. Wir sind besessen von der Obsession "immer
weiter" zu gehen und visionieren ein Leben ohne geistige und materielle
Schranken, ohne tödliches Finale und von ewiger Jugend. Wir verabscheuen
den Stillstand und begehren nichts mehr als das Neue. Wir feiern den Zustand
des PLUS ULTRA in der Kultur des NONPLUSULTRA (...)
Die Utopie immer weiter zu gehen, um die Gier nach dem Ultimativen zu
befriedigen, prägt historisch seit Anbruch der Neuzeit oder seit Aufbruch
der seefahrenden Konquistadoren unsere Kultur der Desorientierung. Jenes
Motto PLUS ULTRA, unter dem die Flotte von Karl V. einst in See stach, um
die fremden Länder des Okzidents zu erobern und deren exotischen Schätze
zu erbeuten, bestimmt bis heute unsere Sehnsucht nach dem unerschöpflichen
Eldorado eines novus mundus. (...) PLUS ULTRA als Gebot, Limits zu
überschreiten, unbekannte Welten zu entdecken und imaginäre Visionen zu
realisieren, ist zum universellen Antrieb der westlichen Kultur und zum
Synonym ihrer Modernität geworden. Dieses unstillbare Verlangen findet sich
in der Avantgardebewegung der Kunst, im Sport und in der
Unterhaltungsindustrie, in der Expansion der Wirtschaft, im Fortschritt von
Wissenschaft und Technik, in der Egomanie des Individuums und der
Megalomanie der Gesellschaft. Metaphorisch gesprochen expandierte und
übersetzte sich das PLUS ULTRA - fortgesetzt vom trail west und frontier
spirit des Wilden Westens - lediglich in moderne Formen der Pionier- und
Technokultur, in den Aufbruch des Finanzsystems, in Cyberwelten als
Doublierung des realen Raumes oder über Scifi-Szenarien in die Eroberung
kosmischer Dimensionen. (...) Nahm mit PLUS ULTRA das Projekt der Neuzeit
als Verwestlichung seinen Ausgang, aktualisiert es sich gegenwärtig in Form
der Globalisierung, der Verschiebung natürlicher und technischer Grenzen
sowie den Spannungen zwischen Orient und Okzident als NONPLUSULTRA. Vor dem
Hintergrund beschleunigter Transformationen politischer, ökonomischer,
technologischer und sozialer Art, stehen ein naiver Fortschrittsglaube,
einseitige Kapitalakkumulationen oder ein verschwenderischer Konsum Fragen
der sozialen Gleichheit, der gerechten Umverteilung und ökologischen
Verantwortung gegenüber. (...) Die Ausstellung präsentiert KünstlerInnen
als NautikerInnen, die zwischen kulturellen Codes, Images, Werten und
Prozessen navigieren, sich mit gesellschaftlichen Driften beschäftigen und
Wandel und Metrik unserer sozialen Befindlichkeit, unserer Träume und
Obsessionen kartographieren. (...). Thomas Feuerstein.
www.build-cells.org
Eine Ausstellung von medien.kunst.tirol in Zusammenarbeit
mit dem Kunstraum Innsbruck
| Sponsoren:
Der Kunstraum Innsbruck, Verein zur Ausstellung aktueller Kunst,
wird unterstützt von Stadt Innsbruck, Land Tirol, Bundeskanzleramt
Sektion Kunst, Tourismusverband Innsbruck und seine Feriendörfer.
Der Kunstraum Innsbruck ist Ö1-Club-Partner. |
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Die Ausstellung wurde unterstützt von Wulz
AV Center.
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