Die Ausstellung zeigt Kunst der letzten Jahre
aus Japan in wenigen aber markanten Positionen. Der Wandel von der schrillen
Manga-Generation zu einer Epoche, die subtilere Qualitäten als Mittel
einsetzt, bildet die Leitlinie.
Yoshitomo
Nara übermittelt in seinen Bildern und Installationen den Verlust des
Kindchenschemas unter dem Eindruck des gewaltigen sozialen Drucks. Nach
dem Einbruch des Wirtschaftsbooms breitet sich in Japan ab der Mitte der
90er Jahre ein neues, vielfach gebrochenes Selbstbewußtsein aus, welches
die bildenden Künstler - eingespannt zwischen pathosgeladenen Medienwelten
und zurückhaltenden Äußerungen intimer Verwundungen - reflektieren. Midori
Mitamura inszeniert Räume, in denen authentische Versatzstücke ihrer
Biographie zur beklemmenden Befragung von Familie wird. Takahiro Suzuki
schreibt seit Jahren während der Öffnungszeiten von Ausstellungen nur ein
Kanji (Schriftzeichen) "ikiroo" Lebe! Die verschärfte Aggression
und die Beengtheit der Großstädte liegt den Arbeiten von Taiyo Kimura
zugrunde, in denen die Verletzbarkeit des Einzelnen in einer Masse oft mit
schwarzem Humor Gestalt findet.
Kurator: Markus Neuwirth
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