Christa Näher ist Malerin.
Ihre Bilder und Zeichnungen schöpfen aus der historischen und selbst erlebten
Vergangenheit, die sie in das Jetzt überführen. Die in Lindau am
Bodensee aufgewachsene Künstlerin hat im Laufe ihres Schaffens eine eigene Version
barocker Bildsprache entwickelt, die Form und Vision in genuiner Weise verbindet.
Die Ambivalenz des Lebendigen, die Polarität von Licht und Dunkelheit bilden
Konstanten, die ihren Arbeiten eine höchst eigene Qualität verleihen.
Nähers neu entstandene "Kastratenbilder" bewegen sich an der Grenze zwischen
Materialität und Immaterialität. Sie scheinen aus einer ungewissen Vergangenheit emporgestiegen zu sein, um als irritierende "Kunstfiguren" heutige Realität und Kunstproduktion zu reflektieren.
Für ihre Ausstellungen in Innsbruck und Frankfurt am Main hat Christa Näher
zahlreiche Arbeiten geschaffen, die zentrale Topoi ihres Werkes noch einmal neu
formulieren. Bekannte Motive und Formen tauchen in neuen medialen Kontexten auf. So wird das Schloss Wolfegg im oberschwäbischen Allgäu zum Gegenstand ihres ersten
filmischen Werkes. Ausgehend von ihrer privaten Beziehung zu diesem Ort, verdichten
sich in "Nachgesang" Stimmungen und Emotionen mit der spezifischen Topografie
des Raumes. Die wechselvolle Geschichte des im 15. Jahrhundert gebauten Schlosses
Wolfegg wird zum Ausgangspunkt einer subjektiven Reise in die Vergangenheit.
Christa Näher, 1947 in Lindau geboren, ist seit 1987 Professorin an der Städelschule in Frankfurt. Sie lebt in Köln und Wolfegg. |
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