Stunden, Minuten,
Sekunden. So verrinnt die Zeit. Fast immer wird sie objektiv und subjektiv
unterschiedlich wahrgenommen. Philosophisch gesehen lässt sie sich definieren als das unumkehrbare
Verhältnis des Nacheinanders, durch das Erfahrung möglich wird. Psychologisch bedeutet Zeit das im
menschlichen Bewusstsein verschieden erlebte Vergehen von Gegenwart zu Vergangenheit sowie von erwarteter Zukunft
zu Gegenwart.
Es war der Film, durch den die Geschwindigkeit in die Bilder kam und unsere
Wahrnehmung radikal veränderte. Sie lernten laufen, erst langsam und dann immer schneller, bis sie sich selbst zu
überholen drohten. Und es scheint ausgerechnet wieder das Medium Film zu sein, dessen sich die Künstler heute, in
einer Zeit der grenzenlosen Bildüberflutung, bedienen, um der fortschreitenden Beschleunigung der Bilder
Einhalt zu gebieten und das "Ende der Geschwindigkeit" vorzubereiten. "Als Vorboten eines
möglicherweise gesamtgesellschaftlichen Bedürfnisses drosseln sie das Tempo hin bis zur Realzeit, nehmen sich die Zeit für die
tatsächliche Zeit des Lebens da draußen" (Boris Groys), entdecken die Langsamkeit und wecken so ein neues
Bewusstsein für die
Zeit, die die Zeit braucht, um zu vergehen bzw. voranzuschreiten. Wie lang ist eine
Sekunde, wie lang eine Minute, wie lang kann eine Stunde sein? Mit der Erwartung der Zeit ist die des Wartens als
eine existenzielle Grunderfahrung des Menschen verbunden, das Warten darauf,
dass etwas passiert.
Die Ausstellung im KUNSTRAUM INNSBRUCK versammelt künstlerische und filmische
Beiträge, Film- und Videomaterialien, die dieses Empfinden, diese Auseinandersetzung mit Zeit spürbar werden
lassen und uns gleichzeitig die Investition der Zeit abfordern - wollte man tatsächlich alle
ausgestellten Arbeiten in voller Länge sehen, müsste man mehr als einen ganzen lieben langen Tag dort verbringen. Als eine der
kostbarsten Ressourcen unseres modernen Lebens wird dem Besucher dafür wohl nicht genügend Zeit zur
Verfügung stehen. Indem sich die Ausstellung damit bewusst der üblichen Verweildauer in
Ausstellungen entzieht, unterstreicht sie zugleich das künstlerische Anliegen, der Kunst eine Ausdehnung in der
Zeit zu erobern, die sie im klassischen Sinne nicht hat.
Künstlerinnen u. Künstler: Peter Fischli/David Weiss, Douglas Gordon, Pia
Greschner, Derek Jarman, Joachim Koester, Jeroen de Rijke/Willem de
Rooij, Beat Streuli, Rosemarie Trockel, Fred
Zinnemann
Kurator: Udo Kittelmann |
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Eine
Ausstellung des Kunstraum Innsbruck in Kooperation mit dem Kölnischen Kunstverein.
Die Ausstellung wurde unterstützt von:
Tiroler Sparkasse, Wulz AV Center Tirol, Pro Helvetia, DCA - Danish Contemporary Art Foundation,Bundeskanzleramt - Sektion Kunst,
Stadt Innsbruck, SFB und SFB Werbung, Berlin, Taurus Film GmbH, Edition
Salzgeber
In Zusammenarbeit mit dem cinematograph-leokino
h:min:sec - Filmprogramm: http://www.tirolkultur.at/cinema |
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